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Pressemitteilung: Neonazis gründen „Stützpunkt Rheinland“ in Leverkusen

Die extrem rechte Partei „Der III. Weg“ gründete am Samstag, den 16.03.2019, ihren „Stützpunkt Rheinland“ im Schützenhaus Fettehenne in Leverkusen.

Nachdem bereits am frühen Nachmittag des vergangenen Samstag, 16.03.2019, in Mettmann ca. 60 Anhänger der extrem rechten Partei „Der III. Weg“ unter „Ausländerraus“-Parolen trommelnd durch die Straßen marschierten, versammelten sie sich im Anschluss im Schützenhaus Fettehenne im Höfer Weg 30 in Leverkusen-Steinbüchel.

Hier gründeten die Neonazis den neuen „Stützpunkt Rheinland“, der den Großraum Köln/Düsseldorf erschließen soll. Damit will die Partei, die am 26. Mai 2019 zum ersten Mal bundesweit zur Europawahl antreten will, ihre Aktivitäten auch in NRW ausweiten.

Die im September 2013 unter anderem von ehemaligen NPD-Funktionären gegründete Partei „Der III. Weg“ wurde geschaffen, um Mitgliedern aus extrem gewaltbereiten Freien Kameradschaften als Auffangbecken zu dienen. Sich abzeichnende Verbote von Organisationen wie dem „Freien Netz Süd“ (FNS) oder der als kriminelle Vereinigung eingestuften „Kameradschaft Westerwald“ machten eine rechts-sichere Organisation notwendig, die unter dem Schutz des Parteigesetzes vorläufig geschaffen wurde.

Inhaltlich verortet sich die Partei im völkischen Flügel der extremen Rechten und sieht sich in direkter Kontinuität zum Nationalsozialismus. Unter anderem wird dies in einem eigenen „10-Punkte-Plan“ deutlich, der ideologisch an den „25-Punkte-Plan“ der NSDAP anknüpft und beispielsweise einen „deutschen Sozialismus“ fordert. Eine hierarchische Kader-Struktur sowie ein uniformiertes, martialisches Auftreten bestimmen die Außenwirkung der Partei, wie auch bei dem Aufmarsch am vergangenen Wochenende in Mettmann deutlich wurde.

Auch die von Julian Bender („Gebietsleiter West“) mitorganisierte Gründungsveranstaltung des „Stützpunkt Rheinland“ in Leverkusen wurde nach nationalsozialistischem Vorbild ausgerichtet. Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Neonazis, haben auf ihrer Versammlung ein „Schlageter“-Gedenken abgehalten. Albert Leo Schlageter war ein Soldat im Ersten Weltkrieg, Angehöriger verschiedener Freikorpsverbände und Mitglied der NSDAP-Tarnorganisation Großdeutsche Arbeiterpartei. Die NS-Propaganda machte aus ihm den „ersten Soldaten des Dritten Reiches“ und begründete einen „Schlageter-Kult“, den auch „Der III. Weg“ nur zu gerne fortführt.

„Inwieweit sich die extrem rechte Partei in Zukunft in Leverkusen und der Region etablieren wird, bleibt zu beobachten“, so Florian Schnaider, Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion LEVerkusen - [AALEV]. „Dies hängt unter anderem auch davon ab, ob den Neonazis Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden“, so Schnaider weiter. Nach Stellungnahme der „Schützengesellschaft 1926 Fettehenne e.V.“ wurden im Falle dieser Veranstaltung falsche Angaben gemacht und das Vereinsheim für eine private Geburtstagsfeier angemietet.

Die betroffenen Vermieter haben eine Wahl zu treffen: Sie können entscheiden, wem sie ihre Räume zur Nutzung überlassen und wem nicht. Im Zweifel können sie, durch eine Absage, dazu beitragen, dass rassistischer Hetzte und Mobilmachung keine weitere Plattform geboten wird. Hilfe dazu findet man beispielsweise in der „Handreichung für VermieterInnen: Keine Räume für rassistische Politik!“ der Informations- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln (ibs)".

„Wir hoffen, dass Vermieterinnen aus Leverkusen - und insbesondere auch die »Schützengesellschaft 1926 Fettehenne e.V.« - in Zukunft von Angeboten wie diesen gebrauch machen, um extrem rechte Gruppen nicht indirekt in ihrem Treiben zu unterstützen“, ergänzt Florian Schnaider abschließend.

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